Lobbyradar DE

Methodik

Wie diese Plattform Daten erhebt, klassifiziert und darstellt — und welche Position sie damit einnimmt.

1. Per-Claim-Sourcing

Jede einzelne Tatsache in der Datenbank — jede Aussage, jede Position, jeder Geldfluss, jede Beziehung — trägt eine eigene Quelle und ein eigenes Vertrauensniveau. Quellen hängen nicht „an einer Person", sondern an genau einer Aussage über diese Person. Eine Detail­seite zeigt keine Information, die nicht über mindestens einen Claim mit gültiger Quelle gestützt ist — auch nicht eine Zusammenfassung in Prosa.

2. Vertrauensniveaus

3. Quellen-Integrität

URL-Quellen werden beim Anlegen automatisch in die Wayback Machine archiviert; auf der Detail­seite jeder Quelle stehen Original- und Archive-URL gleichberechtigt nebeneinander. Hochgeladene Dokument-Quellen tragen einen SHA-256-Hash, der monatlich verifiziert wird; eine Hash-Abweichung führt zu einem Warneintrag in der Quelle und einem Audit-Log-Vermerk.

4. Korrektur und Gegendarstellung

Jede Person, jede Organisation hat über das Korrektur­formular Zugang zur Plattform. Eine Gegendarstellung wird in einem dedizierten Feld der Detailseite gleichrangig dargestellt — sichtbar, nicht versteckt — und als Claim mit Attribut gegendarstellung und Vertrauens­niveau dokumentiert gespeichert.

5. Unschuldsvermutung

Die Plattform unterscheidet streng zwischen strukturell auffällig und rechtlich problematisch. Mitgliedschaft in einem Wirtschaftskreis ist legal. Eine erfolgte Drehtür ist legal, sofern Karenz­regeln eingehalten wurden. Diese Aussagen werden nüchtern und ohne Wertung formuliert. Strafrechtliche oder ordnungswidrigkeits­rechtliche Vorwürfe werden nur dargestellt, wenn ein gerichtsfester Befund vorliegt; im laufenden Verfahren wird die Unschuldsvermutung explizit benannt.

6. Warum diese Plattform existiert

Demokratie braucht Interessen­vertretung. Sie wird beschädigt, sobald bestimmte Interessen eine dauerhafte Infrastruktur des Zugangs ausbilden, während andere auf punktuelle Sichtbarkeit angewiesen bleiben — die Plattform misst diese Asymmetrie, weil sie der entscheidende strukturelle Befund ist und sich nicht aus Einzelfällen ergibt.

Die Plattform tritt deshalb nicht als Skandal-Aggregator auf, sondern als Infrastruktur­messung. Die Startseite, die Asymmetrie- Visualisierung und die Verfahrensregel-Verläufe sind diese Messung. Skandale sind in dieser Plattform Symptom, nicht Gegenstand.

Die Plattform respektiert Unschuldsvermutung, Quellendisziplin und Korrektur­pflicht — nicht aus Abwehr, sondern weil ohne diese Disziplin die Messung selbst wertlos wäre. Die Stärke der Aussage ergibt sich aus der Stärke des Belegs, nicht aus der Lautstärke.

Position zu beziehen ist hier kein Verstoß gegen Neutralität, sondern eine Anwendung von Transparenz auf den eigenen Standpunkt. Ohne sie wäre die Plattform eine Datenhalde, die so tut, als hätte sie keine Haltung — was selbst eine Haltung ist, nur verschleiert.


Was diese Plattform NICHT ist